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New-Work-Konzepte: Die Zukunft des Arbeitsmarkts verstehen

New-Work-Konzepte sind in aller Munde und haben deutlich an Wert zugenommen. Doch was bedeutet New Work eigentlich und warum ist dieses zukünftige Arbeitsmodell für Unternehmen so wichtig?


Die Definition von New Work ist breit gefächert und umfasst unterschiedliche Themenbereiche, wie die Arbeitsplatzgestaltung, Anreizsysteme sowie Beziehungs- und Organisationsstrukturen. New Work beschreibt allgemein die Einflüsse und die Wirkungen innerhalb einer Gesellschaft auf die Art und Weise der Zusammenarbeit sowie den Arbeitsmarkt. Mittlerweile geht es dabei auch um die globale Vernetzung und flexible, selbstbestimmte Arbeit mit dem Ziel individueller Selbstverwirklichung. Dabei werden klassische Top-Down-Hierarchien aufgebrochen, um den Netzwerkgedanken innerhalb einer Gesellschaft umzusetzen


New Work im Unternehmen

In der Arbeitswelt bestimmt das New-Work-Konzept mittlerweile Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber. Die Selbstverwirklichung steht dabei im Vordergrund, während der Profit eher zweitrangig ist. Dezentrales Arbeiten, von wo auch immer es Mitarbeitenden passt, ist lediglich ein Aspekt des New-Work-Systems in Unternehmen. Auch klassische Büroräume gelten als veraltet, da sie meist trist und wenig flexibel sind. Bürolandschaften, in denen es verschiedene Bereiche für unterschiedliche Anforderungen gibt, sind derweil gegenwärtig. So sollte man in einem nach dem New Work orientierten Büro offene Bereiche für Meetings und kreative Brainstormings einrichten. Gleichermaßen sind Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten oder ungestörte Telefongespräche sinnvoll.

Darüber hinaus geht es darum, die Eigeninitiative von Mitarbeitenden zu fördern, ohne strenge Richtlinien und Vorgaben zu treffen. So kann flexibel und angepasst an die individuellen Lebensumstände Arbeit und Freizeit gestaltet werden. Im Sinne der flexiblen Lebensgestaltung sind Homeoffice-Regelungen im New-Work-Konzept etabliert. Arbeit soll demnach nicht als belastende Aufgabe angesehen werden, sondern vielmehr als bedeutender Teil des Lebens wertgeschätzt werden. Die Work-Life-Balance ist dabei zentral.

Die Motivation, neue Wege zu entdecken, macht sich auch im Lebenslauf bemerkbar. Der lineare Weg auf der Karriereleiter ist nicht mehr beliebt, da sich vermehrt Möglichkeiten bieten, sehr unterschiedliche Dinge zu tun. Neue Job-Sharing-Modelle erweitern so die Erfahrungen der Mitarbeitenden und schaffen wertvolle Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche.


Die 5 Prinzipien des New-Work-Konzepts

Durch New Work ergeben sich neue Anforderungen und Rahmenbedingungen für Mitarbeitende und Unternehmen. In diesem Zusammenhang spielen die Themen Grundeinkommen und Gemeinwohlökonomie eine große Rolle. New Work sieht Mitarbeitende als individuelle Persönlichkeiten, nicht nur als Arbeitskräfte und setzt einen speziellen Fokus auf die Achtung der Menschenwürde, Gerechtigkeit, Demokratie und Transparenz. Zudem sollen neue Konzepte, beispielsweise die 4-Tage-Woche, zukünftig zum Arbeitsideal werden. Die unten aufgeführten Prinzipien stehen bei der Umsetzung eines New-Work-Systems im Mittelpunkt:


Organisation nach dem New Wok System: 5 Prinzipien


1. Freiheit

Die verstärkte Freiheit im New-Work-Konzept wird nicht allein durch die Ortsunabhängigkeit gegeben. Auch die neuen Strukturen, unter dem Begriff der Holokratie zusammengefasst, in denen in Teams transparent, aber ohne feste Hierarchien gearbeitet wird, stärken das Freiheitsgefühl der Arbeitnehmer.


2. Selbstverantwortung

Das Bewusstsein zu einem gesünderen Lebensstil, in dem nicht nur die Arbeit das Leben ausmacht, ist gegenwärtig. Mitarbeitende gestalten demnach selbstverantwortlich ihre Gewichtung von Arbeit und Freizeit, um eine gute Work-Life-Balance zu schaffen. Demnach ist es als Unternehmer wichtig, Modelle der Selbstorganisation aufzuzeigen.


3. Sinn

Der Sinn wird hier nicht nur hinsichtlich der Wertschöpfung eines Unternehmens gesehen. Es geht im ersten Schritt darum, Mitarbeitende eine für sie sinnstiftende Arbeit zu geben. Frithjof Bergmann, der das New-Work-Konzept entscheidend prägte, sprach davon, dass es darum gehe, Arbeit zu leisten, „die man wirklich wirklich will”. Unternehmer haben somit die Aufgabe, Mitarbeitende nach ihren persönlichen Stärken einzusetzen und ihre Potenziale auszuschöpfen. Daneben sollen auch Mitarbeitende selbst ihren Alltag sinnhaft gestalten und sich selbst fragen, wozu bestimmte Dinge jetzt getan werden.


4. Entwicklung

In einer globalisierten und digital schnell voranschreitenden Welt, kann sich nicht auf kurzzeitigen Erfolgen ausgeruht werden. Unternehmen müssen Kontinuität beweisen und durch Selbstreflexion ständig eine Selbsterneuerung anstreben. Für Teams bedeutet dies, immer wieder neu in den Austausch zu kommen, gegenseitig voneinander zu lernen und Kenntnisse auf die Zukunft auszuweiten.

5. Soziale Verantwortung

Jedes Unternehmen hat eine soziale Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft, die im New-Work-Konzept nochmal betont wird. Im Zentrum stehen dabei das nachhaltige Wirtschaften und der sorgfältige Umgang mit Ressourcen. Auch regionales Engagement ist prägend. Soziale Verantwortung bedeutet jedoch auch innerhalb der internen Arbeitsstruktur, demokratische Entscheidungen zu treffen und eine gut durchdachte Feedback- und Fehlerkultur zu fördern.


Die Gestaltung des New-Work-Arbeitsumfeldes

New Work bedeutet nicht allein eine strukturelle Veränderung, sondern auch die des Arbeitsumfeldes. Wie bereits oben thematisiert, sind offene und flexible Bürolandschaften ein Thema bei der Umsetzung neuer Arbeitsstrukturen. Auch Farben, Lichtverhältnisse, Materialien, technische Ausstattung sowie die Verpflegungsmöglichkeiten haben einen starken Einfluss auf die Leistungen und die Motivation von Arbeitnehmern und können dementsprechend angepasst werden, um das New-Work-Konzept zu erfüllen.

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in unseren Blogbeitrag: Die Mittagspause im Büro: So optimieren Sie Ihre Betriebsverpflegung. Hier finden Sie konkrete Tipps und Tricks zur Realisierung der genannten Aspekte.

Ein Blick in die Zukunft von New-Work Konzepten

Die Zukunft der Arbeitswelt, nach dem New-Work-Konzept, ist aufgrund verschiedener Entwicklungen ungewiss. Setzt sich die Holokratie stärker durch, wird die Arbeit in Projektgemeinschaften zunehmen und stellt dementsprechend feste Anstellungsverhältnisse in Frage. Die Transformation zur Gig Economy rückt dadurch stärker in den Vordergrund. Ein weiterer Aspekt der New Work, der die bisherigen Arbeitsverhältnisse in Frage stellt, ist die Automatisierung von Prozessen und der Einsatz von intelligenten Maschinen und neuen Programmen. Die Notwendigkeit von Arbeitskräften in bestimmten Arbeitsbereichen wird dementsprechend langfristig durch New Work minimiert.

Ein Punkt, der auch häufig als Kritik hervorgehoben wird, ist die erhöhte Organisation und Koordination, die ein New-Work-Konzept mit sich bringt. Durch die fehlenden festen Strukturen ist eine Jonglage zwischen den Bedürfnissen von Mitarbeitenden und unternehmerischen Absprachen und Zeitplänen nötig, damit kein Chaos entsteht.

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